Der Verein verfügt über zwei Doppelsitzer, die sowohl zur Segelflugschulung bereitgestellt werden, als auch von Scheininhabern genutzt werden können. Zudem befinden sich drei Einsitzer im Vereinseigentum. Davon zwei für Scheininhaber und ein Segler für die Schulung.

Aber wie genau läuft die Ausbildung ab?

Voraussetzungen:

Zur Scheinprüfung muss der Bewerber mindestens 16 Jahre alt sein. Die Ausbildung selbst kann jedoch schon früher begonnen werden. Es muss jedoch aufgrund des Fallschirms und der Erreichbarkeit der Bedienelemente eine entsprechende Körpergröße sowie eine gewisse geistige Reife vorhanden sein.

Ausbildung:

Praktischer Teil I

Die praktische Ausbildung wird unterteilt in zwei Phasen. Phase I ist die Hinführung des Flugschülers zum ersten Alleinflug. Je nach persönlicher Begabung werden hierzu in der Regel zwischen 45 und 60 Starts mit einem Fluglehrer benötigt. Für diese Starts wird etwa eine Saison benötigt (April – Oktober). Sollte man alle potentiellen Flugtage ausnutzen, ist eine Alleinflugreife ggf. auch früher möglich.

Theoretische Kenntnisse:

In den darauffolgenden Wintermonaten wird fleißig die Theorie gebüffelt, um in der kommenden Flugsaison die Prüfung über die theoretischen Kenntnisse bereits in der Tasche zu haben. Die Theorie umfasst folgende Fächer:

– Luftrecht
– menschliches Leistungsvermögen
– Meteorologie
– Kommunikation
– Grundlagen des Fliegens
– Betriebliche Verfahren
– Flugleistung und Flugplanung
– Allgemeine Luftfahrzeugkunde
– Navigation

Praktischer Teil II:

Zum Saisonstart werden noch einmal ein paar Flüge mit Fluglehrern absolviert, um nach der Winterpause wieder etwas mit der Materie vertraut zu werden. Zusätzlich werden einige Flugmanöver weiter verfeinert. Nach einigen längeren Solo-Flügen in Platzumgebung fliegt man spätestens an dieser Stelle mit dem Fluglehrer über Land zu einem anderen Flugplatz. Das besondere daran ist, dass man die Zone, in der man mit den Gleiteigenschaften des Segelflugzeugs zurück an den Heimatflugplatz fliegen kann, verlässt. Man benötigt also mindestens einen Aufwind, um wieder an den Heimatflugplatz zurück zu kommen. Für den Fall, dass die Aufwinde einen mal im Stich lassen und man keinen nahegelegenen Flugplatz erreichen kann, wird dazu ein Flug in einem motorisierten Segelflugzeug durchgeführt und Außenlandungen auf Äckern und Feldern simuliert (man setzt allerdings nicht auf).

Sind diese Verfahren in Fleisch und Blut übergegangen, absolviert der Flugschüler einen 50 km Solo-Überlandflug. Alternativ ist ein 100km-Überlandflug mit Fluglehrer möglich.

Praktische Prüfung:

Ist der Überlandflug gelungen und die weiteren Voraussetzungen erfüllt (15:00 Stunden Gesamtflugzeit, davon 2:00h Alleinflugzeit und 45 Starts/Landungen) steht der praktischen Prüfung nicht mehr viel im Weg. Von der zuständigen Stelle wir ein Prüfer benannt und ehe man sich versieht sitzt er auch schon hinter einem im Cockpit. Wenn man es soweit geschafft hat, hat man normalerweise keinen Grund zur Sorge. Nach etwa 2-4 Starts hat man die praktische Prüfung bereits hinter sich.

 

Segelfliegen ist nicht teurer als andere Sportarten, eher sogar noch günstiger. Rechnen wir einmal ein Beispiel durch:

Aufnahmegebühr für Jugendliche und Studenten / Azubis bis 25 Jahre:80 EUR
Jahresbeitrag für drei Jahre:750 EUR
55 Starts à 11 Euro bis zum Alleinflug:605 EUR
40 weitere Starts bis zur Prüfungsreife:440 EUR
Gebühren für Prüfungen, Unterlagen, Fliegerarzt:ca. 200 EUR

Winterarbeit pro Jahre*:

max. 270 EUR
  
Summe:ca. 2345 Euro

* Jede der 30 Stunden pro Jahr, die nicht im Verein bei der Winterarbeit geleistet wird, wird mit 9,00 Euro pro Stunde abgegolten.

Bei einer Dauer von drei Jahren ergibt das pro Monat ca. 65 Euro. Nach den drei Jahren wird es sogar noch billiger, die Aufnahmegebühr ist schließlich nur einmal fällig, und später fliegt man nicht mehr dreimal jeden Flugtag für eine Viertelstunde, sondern vielleicht ein oder zweimal für mehrere Stunden, man hat also mehr für sein Geld.